Der Tod kommt später, vielleicht

 

 

Wir üben für den Ernstfall. Jörg Gläscher nähert sich in seinem Fotobuch: “Der Tod kommt später, vielleicht” ganz undramatisch dem Thema Krieg.

Drei Jahre lang begleitete er Soldaten und Soldatinnen der deutschen Bundeswehr und fängt nachdenklich-stille Bilder ein. Hauptsächlich bei Manövern und Übungen in deutschidyllisch-grünen Heidelandschaften.

Seine Protagonisten wirken indes weniger heroisch als gedankenversunken und in sich gekehrt. Dabei verliert er nie den Blick für das Detail, wie etwa künstliche Stellwände in Moscheenform oder Schafe aus Metall inmitten von Graslandschaften. Subtil wirkt auch der Verweis auf Coppolas Film Apokalypse Now. Der Schatten eines Kampfhubschraubers über Wasseroberflächen und Baumwipfeln verheissen kein Deut Gutes und kündigen die Höllen des Krieges an.

Nichts wird in den Bildern genau erklärt, alles bleibt in den Nischen des Ungewissen und der mutmaßlichen Bedrohung. Der Betrachter muss sich eben seine eigenen Gedanken machen.

Sieben Begleittexte verdichten das Thema zu einer gesellschaftspolitischen Fragestellung nach Sinn und Zukunft einer Armee der Gegenwart.



 

Jörg Gläscher:
Der Tod kommt später, vielleicht.

Mit Texten von Holger Witzel, Ingo Schulze, Jochen Missfeldt, Kathrin Schmidt, Peter Bialobrzeski, Tanja Dückers und Wolfgang Prosinger

Kehrer Verlag, 2011
30 x 22,5 cm, 136 Seiten, 59 Farbabb., Festeinband

ISBN 978-3-86828-266-5

36 Euro

 

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