echos – Abschlußausstellung Ostkreuzschule für Fotografie 2012

© Birte Kaufmann


Vergangenen Freitag, den 26. Oktober, fand im ehemaligen Kaufhaus Maassen die Vernissage der Abschlußausstellung der Ostkreuzschule für Fotografie statt. Auf drei Etagen waren Arbeiten aus den Klassen von Prof. Ute Mahler, Thomas Sandberg und Sybille Fendt zu sehen. Die Langzeitarbeiten – die meisten entstanden innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr – wurden in Deutschland, Polen, Russland, Irland und den USA fotografiert. Ein kurzer Überblick:

In ihrer Arbeit „The Travellers“ begleitet Birte Kaufmann die größte Minderheit Irlands: die Irish Traveller und schafft einen Einblick in deren Alltag. Sie leben als nomadische Volksgruppe abseits der Gesellschaft in Wohnwagen, sprechen ihre eigene Sprache und verdienen ihr Geld oftmals mit Pferdehandel.

© Dennis Sennefelder

Berlin wird immer glatter. Die letzten verbliebenen Hausbesetzer zeigt Dennis Sennefelder in seiner Reportage „Gegen Ende“. Es sind Räume zu sehen, die im Verschwinden begriffen sind.

© Isabel Kiesewetter

Mit der Umnutzung von ehemaligen militärischen Anlagen in Brandenburg beschäftigt sich die Arbeit „Konversion“ von Isabel Kiesewetter. Seit dem Zerfall der Sowjetunion und dem Ende des Kalten Krieges fand die größte militärische Abrüstung der Geschichte statt. Insbesondere in Deutschland mussten unzählige Anlagen geschlossen werden, einige wurden bereits umfunktioniert, andere vor der geplanten Umnutzung von der Natur zurück erobert.

© Mark Alert

„Fiat iustica, et pereat mundus“ zeigt einer Typologie gleich, die Gerichtssäle Berlins. Vom nüchternen Arbeitsgericht, über das Rittersaal-ähnliche Landgericht bis hin zum fast festlichen Sozialgericht Berlin. In den menschenleeren Großformaten von Mark Alker ist noch das letzte Detail auszumachen. Mir stellt sich die Frage, wie Räume allein durch ihre Ausstattung bereits Auswirkungen auf die dort arbeitenden und verurteilt werdenden Menschen haben.

© Sarah Steffen

Die stimmungsvolle Serie „Die Milchbriefe“ von Sarah Steffen beschäftigt sich mit dem Thema Erinnerung. Genauer gesagt mit der Verfremdung und Überschreibung von Erinnerungen. Die zwanzig analogen Farbfotografien im Mittelformat finden in einer märchenhaften Bildsprache emotionale Metaphern für diesen Transformationsprozess.

© Ulrike Schmitz

Die Geschichte ihrer Großeltern, die 1946 nach Russland zwangsumgesiedelt wurden, erzählt die Arbeit „Museum Deiner Erinnerung“ von Ulrike Schmitz. In dem Ort Podberesje, circa 150 Kilometer nördlich von Moskau, lebten sie bis 1954. Ulrike Schmitz suchte diesen Ort wieder auf. Die dort entstandenen Fotografien wurden mit Film-stills aus Propagandafilmen der Stalinära kombiniert. Als Tableau gehängt, fühlt man sich in die damalige Zeit versetzt.

Die lohnenswerte Ausstellung der 20 Absolventen ist noch bis zum 17. November am Oranienplatz 17 in Kreuzberg zu sehen. Mit Arbeiten von: Mark Alker, Anna Duda, Hanna Fuhrmann, Baris Guerkan, Romy Kaa, Zuzanna Kaluzna, Birte Kaufmann, Isabel Kiesewetter, César Martins, Eric Meier, Kevin Mertens, Yvi Philipp, Philipp Plumm, Ulrike Schmitz, Ina Schoenenburg, Stjepan Sedlar, Dennis Sennefelder, Sarah Steffen, Stephanie Steinkopf, Fabian Vaccaro

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