Blattkritik #68: Vice Spezial: Südsudan

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In der aktuellen Ausgabe über den Südsudan lässt das Vice Magazine alle sonstigen Rubriken außer Acht und widmet sich einzig dem anhaltenden Bürgerkrieg im Südsudan. Einem aktuellen, in der Öffentlichkeit nur am Rande behandelten Thema. Tim Freccia und Robert Young Pelton berichten aus dem Land, in dem nach einer hoffnungsvollen Zeit, im Anschluss an die Unanbhängigkeit vor drei Jahren, seit Ende 2013 der Bürgerkrieg ausgebrochen ist.

Der Südsudan heute ist geprägt von unterschiedlichsten Militäreinheiten und Rebellen; von Hunger, ethnischen Massakern und Flucht der Zivilbevölkerung. Im Heft wird der Versuch unternommen, durch Infografiken und sehr persönliche Artikel, die Komplexität der anhaltenden Konflikte aufzuzeigen und dem Leser ein Gefühl für die Situation vor Ort zu geben. Tim Freccias Bilder konzentrieren sich vor allem auf Portraits und bilden damit einen angenehm zurückhaltenden Gegenpart zu den in den Texten beschriebenen Gräueln.

Die Vice nimmt sich heraus, so ziemlich überall dahin zu gehen, wo es in dieser Gesellschaft und auf der Welt weh tut. Mit dem Hang zum Extremen entdecken bei vielen bekannten Klischees und skandalösen Geschichten einen noch unglaublicheren Twist. Gerade mit dieser monothematischen Ausgabe zeigen die Macher von Vice jedoch, dass sie den Finger auch in politisch hochaktuelle Missstände legen, vor denen wir nicht die Augen verschließen sollten. Bleibt zu hoffen, dass die jüngsten Entwicklungen und Waffenstillstandsvereinbarungen wieder politische Stabilität im Land bringen.

 

 

 

 

 

 

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