Focus on … Zhang Kechun

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Zhang Kechun kommt aus China und studierte zunächst Grafik-Design. Einerseit um den Wunsch der Eltern, einen ordentlichen Beruf zu wählen und andererseits dem eigenen Verlangen nach künstlerischem Ausdruck nachzukommen. Doch ließ er den Beruf schnell hinter sich. Zuviel Dienstleistung und zu wenig individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. Die erste selbstverdiente Kamera brachte ihm die erhoffte, künstlerische Freiheit und er wurde zum Beobachter von Mensch und Natur in China. Von Alex Soths »Sleeping by the Mississipi« inspiriert, macht er sich 2 Jahre lang auf den Weg entlang des Gelbes Flusses, um das Leben der Menschen und Tiere am Fluss festzuhalten. Je länger seine Reise dauerte, desto mehr stellt er den katastrophalen Zustand des knapp 5000 km langen Flusses fest. Massive Umweltzerstörungen und der Raubbau an der Natur stimmen ihn nachdenklich und er hofft, mit seinen Bildern dafür sensibilisieren zu können.

Das Bild von den Schwimmern, die ein Foto von Mao Zedong über den Fluss ziehen, durfte in seiner Pekinger Ausstellung im Übrigen nicht gezeigt werden. Das Bild zeigt nicht nur die Flussüberquerung zu Verehrung Maos, sondern streift auch ein Tabu, nämlich das Verschweigen der katastrophalen Auswirkungen des in der Nähe befindlichen, gigantomanischen Staudammprojekts, unter Mao realisiert, das viele Menschenleben gekostet hat und die Natur nachhaltig zerstörte. Darüber redet man in China nicht gern. Auf seiner Webseite gibt es noch weitere Bilder aus der Serie zu sehen.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Arbeit u. a. in der 20. Ausgabe von »Fotos für die Pressefreiheit, 2014« erschienen ist, herausgegeben von »Reporter ohne Grenzen«. Im Heft gibt es viele weitere Bildstrecken, die sich allesamt lohnen anzuschauen.

Zu den Fotos begleitend gibt es ein aufgezeichnetes Gespräch mit Zhang Kechun von
Inna Hartwich (Peking).
Projektleitung & Fotoredaktion: Barbara Stauss
Inhaltliche Konzeption: Christian Mihr, Gemma Pörzgen, Barbara Stauss, Mathias Wahler

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