Blattkritik #84: Peter Piller in der Frieze d/e

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Wie bringt man Frauen mit Militär zusammen? Warum sehen Menschen in Löcher? Was suchen Polizisten und wie bildet man Vandalismus ab?

Peter Pillers Werktitel sind der Schlüssel zu seinen Arbeiten, die meist aus Fundstücken aus Magazinen, Archiven, Bibliotheken bestehen; weniger aus eigenen Fotografien. Die Titel geben den Weg der Leserichtung der jeweiligen Serie vor – InternetzugangSuchende Polizisten oder Auto berühren.

 

 

Allerdings umfasst seine Arbeit nicht die bloße Zusammenstellung der Bilder unter diesen Titeln, die scheinbar unauffällige und übersehbare Alltagssituationen exponiert und die Schere zum dazugehörigen Text oder dem Medium mit Humor oder Überraschung füllt.

Peter Piller sucht manchmal über Jahre nach der richtigen Ordnung der Bilder. Dieses Katalogisieren, Anordnen, Neuordnen und Zuordnen vorhandener Fotos bildet im Unterschied zu den massentauglich gewordenen Zusammenstellungen von Moodboards á la Tumblr und Instagram ein Stück deutsche Geschichte ab, den Alltag – und stellt uns dazu Fragen über die Wahrnehmung und Abbildung unserer Kultur und Gesellschaft in den Medien.

Was nun am Ende wirklich in den Löchern zu sehen ist, spielt dabei (fast) keine Rolle mehr.

 

 

Anlässlich der beiden Ausstellungen im Fotomuseum Winterthur und dem Centre de la photographie Genève widmet sich die Frieze d/e dem Fotokünstler. Die Abbildungen im Heft geben einen Überblick zu seinen Arbeiten.

Der Artikel im Heft ist bereits online zu lesen. Die weiteren Themen im Heft, zum Beispiel über den kuratorischen Umgang mit Fotoarchiven aus der DDR, lohnt aber ebenso zum Kauf des gedruckten Heftes.

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